[GERMANY] Herren, Klare Derbysiege für Walsum und Remscheid

Walsum hat die Dominanz der Düsseldorfer geknackt und macht dank des überaus klaren 6:1-Auswärtssieges in Niederrheinderby das Rennen an der Ligaspitze wieder spannend. Damit haben sich nicht nur die Karten des Rekordmeisters selbst verbessert, sondern auch für Remscheid und Herringen, die beide ihre Hausaufgaben machten: Der Vizemeister feierte ebenfalls einen Derbyerfolg über Cronenberg (6:2), die Westfalen ließen in Darmstadt (8:2) nichts anbrennen. Weniger souverän agierten dagegen die Calenberger, die sich gegen Schlusslicht Wuppertal zu einem 11:7 mühten. Im Kellerduell behielt derweil Recklinghausen mit 4:3 die Oberhand in Krefeld und darf somit weiterhin auf die Play-off-Qualifikation hoffen.

Spiel des Tages: TuS Düsseldorf-Nord – RESG Walsum 1:6 (0:3)

Im elften Spiel hat es nun auch die Düsseldorfer erwischt. Und das die erste Saisonniederlage just im Niederrhein-Derby gegen Walsum kassier wurde, kommt nicht überraschend: Schon in den zurückliegenden Jahren nahmen sich die beiden Kontrahenten stets in fremder Halle die Punkte weg.

Ein Doppelpack von Felipe Sturla und Sebastian Haas (5.) bescherte den roten Teufeln einen Traumstart. Und die Walsumer hätten ihre Führung kurz darauf noch weiter festigen können, zogen aus einer zwei-Minuten-Strafe gegen TuS-Keeper Jan Kutscha aber keinen weiteren Nutzen (9.). Somit konnten die Düsseldorfer im weiteren Verlauf die Partie offener gestalten und kamen auch zu guten Chancen, bissen sich letztlich jedoch die Zähne an RESG-Torsteher Tobias Wahlen aus, dem bei einem Strafstoß von Tobias Paczia nach „Blau“ für Sebastian Haas der Querbalken zur Seite stand (19.). Statt des TuS-Anschlusses folgte wenig später das dritte Walsumer Tor: Felipe Sturla schickte die Hausherren mit einem weiteren Dämpfer in die Kabine (23.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs versuchten die TuSler sich dann durch Körperlichkeit zurück ins Spiel zu kämpfen, gingen dabei aber etwas zu robust zu Werke und kassierten zwei weitere blaue Karten. Die für Andreas Paczia blieb noch folgenlos (29.), als dann aber Tarek Abdalla auf die Strafbank musste (34.), verwandelte Christopher Nusch den Direkten gekonnt. Mit diesem 4:0 für den Rekordmeister war im Grunde alles entschieden: Die Gastgeber ergaben sich in ihrem Schicksal, Walsum tat nun nicht mehr als unbedingt notwendig. Erst in den Schlussminuten kam noch einmal Fahrt aus, als zunächst Xavier Berruezo und Miquel Vila-Gallaguet binnen Sekunden auf 6:0 erhöhten, ehe Diogo Carrilho noch der TuS-Ehrentreffer gelang (50.).         

TuS Düsseldorf-Nord: J. Kutscha (9. – 13. Lu. Brandt); T. Abdalla, D. Carrilho, A. Beckmann, C. Gatermann, A. Paczia, T. Paczia, J. Pink, D. van Willigen. – RESG Walsum: T. Wahlen, R. Lorz; M. Vila-Gallaguet, C. Berg, C. Nusch, J. Dobbratz, X. Berruezo, S. Haas, N. Rilhas, F. Sturla. – Schiedsrichter: M. Brosien / T. Ullrich.

Torfolge: 0:1 (5.) F. Sturla, 0:2 (5./Penalty) S. Haas, 0:3 (23./Penalty) F. Sturla, 0:4 (34./Direkter) C. Nusch, 0:5 (49./Direkter) X. Berruezo, 0:6 (49.) M. Vila Gallaguet, 1:6 (50.) D. Carrilho. – Zeitstrafen: TuS 6 min (J. Kutscha/9. – A. Paczia/29. – T. Abdalla/34.) – RESG 2 min (S. Haas/19.) – Teamfouls: TuS 10 – RESG 6.

RSC Darmstadt – SK Germania Herringen 2:8 (2:3)

Zur Pause hatte SKG-Trainer Christian Zarod noch das ungute Gefühl eines Déjà-vus, doch dass hielt in Darmstadt nur kurz an: Unter dem Strich fuhr Herringen in Südhessen einen souveränen Sieg ein.

Der Grundstein dafür wurde schon in der ersten Viertelstunde gelegt, in der die Germanen aus sicherer Defensive heraus blitzschnell umschalteten und durch Kevin Karschau (8./13.) sowie Stefan Gürtler (15.) ihre besten Chancen auch in Tore ummünzten. Die Hausherren kamen zwar auch zu guten Abschlüssen, fanden aber in SKG-Schlussmann Timo Tegethoff stets ihren Meister. In der 20. Minute aber leistete sich der Keeper eine blauwürdige Unsportlichkeit, die Max Hack per Penalty das 1:3 einbrachte.

Als dann wenig später wieder Timo Tegethoff ins Tor rückte, war dieser durch die unfreiwillige Pause so aus dem Rhythmus gebracht, dass er sich prompt das 2:3 von Felix Bender einfing. Sollte den Herringern also wieder eine klare Führung aus den Hängen gleiten wie eine Woche zuvor in Düsseldorf?

Die Antwort kam schnell nach dem Seitenwechsel. Und sie fiel in Form von Toren durch Liam Hages (27.) und Kevin Karschau (28.) eindeutig aus. Als Lucas Karschau in der 35. Minute schon das 6:2 nachlegte, war die Richtung endgültig unumkehrbar, denn die Hessen hatten kein Rezept, um die Westfalen nochmals in Verlegenheit zu bringen. Vielmehr legten Stefan Gürtler (43.) und Justin Klein (49.) noch zwei Treffer oben drauf.

RSC Darmstadt: P. Leyer, M. Mensah; F. Bender, P. Cuntz, P. Wagner, M. Becker, M. Hack, M. Behnke, A. Andrade, J. Rohmert. – SK Germania Herringen: T. Tegethoff (20. – 23. F. Schulze); K. Karschau, Li. Hages, S. Gürtler, J. Klein, R. Schulz, L. Karschau, Lu. Hages. – Schiedsrichter: B. Ullrich / A. Feiteira.

Torfolge: 0:1 (8.) K. Karschau, 0:2 (13.) K. Karschau, 0:3 (15.) S. Gürtler, 1:3 (20./Penalty) M. Hack, 2:3 (24.) F. Bender, 2:4 (27.) Li. Hages, 2:5 (28.) K. Karschau, 2:6 (35.) L. Karschau, 2:7 (43.) S. Gürtler, 2:8 (49.) J. Klein. – Zeitstrafen: RSC 0 min – SKG 2 min (T. Tegethoff/20.) – Teamfouls: RSC 9 – SKG 2.

SC Bison Calenberg – SC Moskitos Wuppertal 11:7 (4:4)

Milan Brandt vs. Wuppertal = 9:7. Oder anders gesagt: Hätten die Calenberger an diesem Spieltag auf ihren Torjäger verzichten müssen, sie hätten gegen das Schlusslicht ihr blaues Wunder erlebt…

Nachdem Milan Brandt in den ersten fünf Minuten bereits zweimal erfolgreich gewesen war, schien noch alles in den ganz nach den Erwartungen bei den Niedersachsen zu laufen, gegen Wuppertal ein klares Ergebnis einzufahren. Doch eine blaue Karte für Rico van den Dungen (7.) ermöglichte Robin Hauck den Anschlusstreffer. Und keine zwei Minuten später gelang Nick Brikmann sogar der Ausgleich, woraufhin sich bei den Hausherren erstmals Verwunderung einstellte.

Doch fünf Minuten später war ja wieder alles in Ordnung, denn Milan Brandt hatte zunächst in Überzahl (Marcel Mirscheid saß auf der Strafbank/10.) und dann im Alleingang (15.) wieder zwei Tore vorgelegt. Doch wieder freuten sich die Bisons zu früh, bis zur Pause stellten Robin Hauck (17.) und Nick Brikmann (22.) erneut den Gleichstand her.

Eine geharnischte Kabinenpredigt weckte die Calenberger dann aber offenbar auf, denn nach dem Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag: Milan Brandt langte gleich dreimal hin, Rico van den Dungen steuerte ein Tor bei – 8:4 (35.). Ein weiteres Brandt-Doppelpack (40./42.) machte den Sieg dann endgültig klar, doch waren die beiden Tore durchaus noch wichtig. Denn danach spielten plötzlich nur noch die Gäste und kamen durch Marcel Mirscheid, Nick Brikmann und Dennis Meuer bis auf 7:10 heran (49.), ehe Rico van den Dungen den Schlusspunkt setzte.

SC Bison Calenberg: T. Richter, A. Schadinsky; L. Johansson, R. Johansson, R. van den Dungen, M. Brandt, M. Bässler, M. Stoffle, D. Kuczynski, T. Tilborghs. – SC Moskitos Wuppertal: R. Prange, R. Kaas; T. Lucht, D. Meuer, N. Brikmann, R. Hauck, G. Dincer, J. Spiecker, M. Mirscheid. – Schiedsrichter: P. Thißen / M. Wittig.

Torfolge: 1:0 (1.) M. Brandt, 2:0 (5.) M. Brandt, 2:1 (7./Direkter) R. Hauck, 2:2 (9.) N. Brikmann, 3:2 810./Überzahl) M. Brandt, 4:2 (15.) M. Brandt, 4:3 (17.) R. Hauck, 4:4 (22.) N. Brikmann, 5:4 (32.) M. Brandt, 6:4 (32.) M. Brandt, 7:4 (34.) R. van den Dungen., 8:4 (35.) M. Brandt, 9:4 (40./Direkter) M. Brandt, 10:4 (42.) M. Brandt, 10:5 (42.) M. Mirscheid, 10:6 (44./Direkter) N. Brikmann, 10:7 (49.) D. Meuer, 11:7 (50./Direkter) R. van den Dungen. – Zeitstrafen: SCB 4 min (R. van den Dungen/7. – M. Brandt/44.) – SCM 6 min (M. Mirscheid/.9. – J. Spiecker/40. – R. Hauck/50.) – Teamfouls: SCB 11 – SCM 8.

HSV Krefeld – RHC Recklinghausen 3:4 (1:2)

Nur der Sieger darf sich noch Play-off-Hoffnungen machen, soviel war beiden Seiten im Vorfeld des Aufeinandertreffens klar. Entsprechen engagiert gingen Krefeld und Recklinghausen an die Sache heran, wobei die Vester am Ende das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatten.

Dies zeigte sich schon in der Startphase, in der es hüben wie drüben gleich einige Hochkaräter gab, der erste Treffer aber den Gäste gelang: Christoph Rindfleisch schloss eine schöne RHC-Angriffsaktion ab (4.). Doch Krefeld ließ sich davon nicht schocken und war dank Stan Holtzer schnell mit einer Antwort zur Stelle – 1:1 (8.).

Auf in der Folge ging es in hohem Tempo hin und her, doch Tore ließen nun auf sich warten. Erst in der 17. Minute fand Marlon Angenendt eine Lücke, der RHC lag wieder knapp vorne. Allerdings nur bis wenige Minuten nach dem Seitenwechsel, dann war es erneut Stan Holtzer, der für den Gleichstand sorgte.

Es schloss sich abermals eine lange Phase ohne Treffer an, in der es aber mehrfach vor den Tore lichterloh brannte. Es war also allen klar, der nächste Fehler könnte bereits entscheidend sein. Christoph Rindfleisch ließ das Pendel wieder für die Gäste ausschlagen (47.), doch abermals meldete sich Krefeld zurück, bejubelte gut 90 Sekunden vor Ablauf der Uhr das 3:3 von Daniel Quabeck. Für einen Punktgewinn reichte es aber dennoch nicht, denn wenige Augenblicke vor dem Abpfiff donnerte Niklas Nohlen die Kugel zum 4:3 in die HSV-Maschen.

HSV Krefeld: M. Hass, R. Surrey; S. Holtzer, M. Hendricks, M. Hackel, D. Quabeck, P. Greiffenstein, N. Kluschewski, C. Jachtmann, S. Emmrich. – RHC Recklinghausen: D. Jakubiak, L. Andrioff; L. Sowade, P. Wagner, C. Rindfleisch, Niklas Nohlen, M. Angenendt, M. Schürmann, S. Sowade, Niko Nohlen. – Schiedsrichter: G. Richter / A. Richter.

Torfolge: 0:1 (4.) C. Rindfleisch, 1:1 (8.) S. Holtzer, 1:2 (17.) M. Angenendt, 2:2 (32.) S. Holtzer, 2:3 (47.) C. Rindfleisch, 3:3 (49.) D. Quabeck, 3:4 (50.) Niklas Nohlen. – Zeitstrafen: HSV 0 min – RHC 0 min – Teamfouls: HSV 5 – RHC 8.

Nachholspiel vom 10. Spieltag: IGR Remscheid – RSC Cronenberg 6:2 (2:1)

Die neue Rangfolge im Bergischen bleibt vorerst Unantastbar: Vizemeister Remscheid hielte Altmeister Cronenberg auch im siebten Derby in Folge klar auf Distanz.

Die Rollenverteilung war schon in der Anfangsphase klar zu erkennen: Während die Hausherren sofort das Zepter in die Hand nahmen, konzentrierten sich die Cronenberger zunächst klar auf ihre Defensivarbeit. Dennoch wäre der erste Treffer beinahe auf das Konto der Gäste gebucht worden, doch die RSCler zogen aus der blauen Karte für Fabian Selbach (9.) keinen zählbaren Nutzen.

Und so war es dann doch der Favorit, der den ersten Akzent setzte – und dabei konsequent eine Zeitstrafe für Benjamin Nusch verwerteten: Daniel Strieder verwandelte den Direkten souverän (12.), kurz darauf folgte gegen unsortierte Gäste das 2:0 durch Yannick Peinke (14.). Noch aber boten die Gäste den Derbygesetzen entsprechend Paroli und wurden mit dem Anschlusstor von Jordi Molet kurz vor der Pause für ihre Anstrengungen belohnt.

Allzu lange hielten die Hoffnungen, dem Vizemeister ein Bein zu stellen, indes nicht an: Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff stellte Yannick Peinke die Zwei-Tore-Führung der Remscheider wieder her. Der Durchbruch war dies gegen kampfstarke Cronenberg zwar noch nicht, aber die IGR spielte ihren Vorteil nun clever aus und wartete geduldig auf Fehler der Gäste, um dann per Doppelschlag von Daniel Strieder (37.) und Yannick Peinke (40.) alles klar zu machen. Die weiteren Tore von Daniel Strieder (47.) und Nico Morovic (50.) waren letztlich nur noch für die Statistik.  

IGR Remscheid: J. Langenohl, J. van den Dungen; J. Dutt, F. Selbach, Y. Peinke, L. Friese, M. Richter, A. Ober, D. Strieder, Y. Lukassen. – RSC Cronenberg: L. Geisler, F. Hilbertz; M. Bernadowitz, J. Molet, B. Nusch, K. Hövelmann, S. Rath, K. Riedel, L. Seidler, N. Morovic. – Schiedsrichter: T. Ehlert / T. Sörensen.

Torfolge: 1:0 (12./Direkter) D. Strieder, 2:0 (14.) Y. Peinke, 2:1 (25.) J. Molet, 3:1 (27.) Y. Peinke, 4:1 (37.) D. Strieder, 5:1 (40.) Y. Peinke, 6:1 (47.) D. Strieder, 6:2 (50.) N. Morovic. – Zeitstrafen: IGR 2 min (F. Selbach/9.) – RSC 4 min (B. Nusch/12. – K. Riedel/49.) – Teamfouls: IGR 7 – RSC 20.

 

 

 

 

  1. 4 – Aktuelle Tabelle und kommender Spieltag

 

 

Die aktuelle Tabelle:

Platz Vorwoche Mannschaft Spiele S SV NV N Tore Diff. Punkte
1. (1.) TuS Düsseldorf-Nord 11 10 0 0 1 73:28 +45 30
2. (2.) SK Germania Herringen 11 9 0 0 2 94:29 +65 27
3. (3.) IGR Remscheid* 10 8 0 0 2 86:35 +51 24
4. (4.) RESG Walsum* 10 8 0 0 2 60:29 +31 24
5. (6.) SC Bison Calenberg 11 5 1 0 5 68:64 +4 17
6. (5.) ERG Iserlohn 10 4 1 1 4 60:53 +7 15
7. (7.) RSC Darmstadt 9 2 2 0 6 48:46 +2 10

 

8. (8.) RSC Cronenberg 8 2 0 3 4 40:46 -6 9
9. (9.) RHC Recklinghausen 10 2 0 0 8 40:78 -38 6
10. (10.) HSV Krefeld 10 1 0 0 9 24:69 -45 3

 

11. (11.) SC Moskitos Wuppertal 9 0 0 0 9 20:136 -116 0
Punktevergabe:   Sieg (S) = 3 Punkte                      Sieg nach Verlängerung (SV) = 2 Punkte 
                            Niederlage nach Verlängerung (NV) = 1 Punk      Niederlage (N) = 0 Punkt 
* Platzierung aufgrund des direkten Vergleichs:  RESG Walsum – IGR Remscheid 3:4

 

So geht’s weiter …

… am 17. Januar 2018 mit einem Nachholspiel vom 11. Spieltag

RSC Cronenberg             –                SC Moskitos Wuppertal                   20.00 Uhr, Alfred-Henckels-Halle

… am 20. Januar 2018 mit dem 13. Spieltag                         Hinspiel

ERG Iserlohn                    –              SC Bison Calenberg           7:3          15.30 Uhr, Hemberg-Sporthalle
RSC Cronenberg             –              RHC Recklinghausen         8:3          15.30 Uhr, Alfred-Henckels-Halle
RESG Walsum                 –              RSC Darmstadt                    8:2          15.20 Uhr, Sporthalle Beckersloh
IGR Remscheid                –              TuS Düsseldorf-Nord         2:5          16.00 Uhr, Sporthalle Hackenberg
SK Germania Herringen –              HSV Krefeld                         9:1          18.00 Uhr, Glückauf-Arena

spielfrei: SC Moskitos Wuppertal

 

ARTICLE BY TIM GRAUMANN, DRIVSPORT Official Press