DRIV-Pokal Herren, Finale – 2. Spiel

 

Pokalsieger 2017: SK Germania Herringen 

(tg) Der Jubel brach sich Bahn bei den Herringern, die nach den jüngsten Ereignissen abseits des Rollhockey-Parketts zu den Buhmännern der Szene abgestempelt worden waren. Der Pokalsieg – ihr dritter nach 2007 und 2014 – ließ dies in Vergessenheit geraten, die Glückauf-Arena war eine einzige Partymeile. Zumal auch die Düsseldorfer Fans ihren tapferen, aber unterlegenen Recken lautstark Anerkennung zollten. 

SK Germania Herringen – TuS Düsseldorf-Nord 2:1 (0:0)

Herringens Offensivasse zeigten  von Beginn an, dass sie ihre Lehren aus dem bitteren Halbfinal-Aus in der diesjährigen Meisterschaft ebenso wie den vier zu Hause verlorenen Finalserien der Vorjahre gezogen haben – und ließen es anfangs sehr defensiv angehen. Bloß nicht wieder mit wehenden Fahnen untergehen lautete die Sicherheitsdevise, auch wenn die Fans dies so von ihren Germanen nicht gewohnt sind.

So boten sich dem TuS reichlich Räume, um die durch den Zwei-Tore-Rückstand des Vortages unbedingt notwendige Aufholjagd zu starten. Doch die SKG-Abwehr stand felsenfest du ließ keine gefährlichen Düsseldorfer Abschlüsse zu. Und als Daniel Kutscha (13.), Andre Beckmann (19.) und Tarek Abdalla (20.) doch eine Lücke fanden, stand da ja noch Timo Tegethoff zwischen den Pfosten.

Auf der Gegenseite lauerten die Herringer auf Kontermöglichkeiten, wobei die zwischen der ersten (Kevin Karschau/6.) und der zweiten (Luis Hages/21.) ein großes Vakuum lag. Die konzentrierte Absicherung des eigenen Tores ließ über weite Strecken eben nicht mehr zu. Und dennoch wären beinahe die Hausherren in Führung gegangen, denn kurz vor der Halbzeit erhöhten sie erstmals den Druck, doch Milan Brandt (23.) und Liam Hages (24.) fanden ihren Meister in TuS-Torwart Jan Kutscha.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs galt weiterhin hüben wie drüben die Prämisse „Sicherheit ist Trumpf“, ein Gegentreffer wäre in jeder Hinsicht von entscheidender Bedeutung. Die Abwehrleistungen der Herringer und der Düsseldorfer waren auf höchstem Niveau, der Ball kam nur selten in die Gefahrenzone und wurde dort zumeist auch souverän abgeblockt.

Gegen die Schlitzohrigkeit von Kevin Karschau war dann jedoch kein Kraut gewachsen: Der Toptorjäger der Saison umkurvte das TuS-Tor, kam dabei vermeintlich ins Straucheln, was Düsseldorfs ansonsten hellwachen Schlussmann Jan Kutscha glauben ließ, dass die Situation gefahrlos enden würde. Im Fallen jedoch schob Kevin Karschau den Ball zum Entsetzen der Düsseldorfer an ihrem Keeper vorbei ins lange Eck – 1:0 (31.).

Die Glückauf-Arena verwandelte sich nach diesem Führungstreffer in ein regelrechtes Tollhaus, es dauerte ein paar Minuten, ehe die Bahn vom Konfettiregen wieder gereinigt worden war und es weitergehen konnte. Dann hatten die Hausherren zunächst das nötige Glück des Tüchtigen, denn Tarek Abdalla und Tobias Paczia, der im Nachschuss den Pfosten des leeren Tores traf (34.) verfehlten bei ihrer Doppelchance den Ausgleich nur um Haaresbreite.

Im weiteren Verlauf aber zeigten die Germanen immer mehr ihre Offensivqualitäten, zumal sich gegen die nun mehr riskierenden Gäste die nötigen Räume zum schnellen Umschaltspiel boten. Doch während sich seine Vorderleute unermüdliche (letztlich aber erfolglos) um den Gleichstand bemühten, hexte Jan Kutscha gegen Kevin Karschau (37./40.), Milan Brandt (43.) und Stefan Gürtler (44.) alle Bälle von der Linie. Erst beim Gegenstoß von Lucas Karschau, der sein Solo in der eigenen Abwehr begann, war dann auch der TuS-Teufelskerl machtlos – 2:0 (46.).

Dies war Düsseldorfs K.o., auch wenn sich die Rheinländer trotzig der Finalniederlage entgegenstemmten. Zumindest einen Prestigetreffer wollten sie noch landen, um sich ein wenig für ihr Engagement zu belohnen. Tarek Abdalla blieb dies per Strafstoß noch verwehrt, wenige Sekunden darauf nutzte Daniel Kutscha aber die Überzahl nach Zeitstrafe gegen Kevin Karschau zum Anschlusstreffer (49.). Dies war den Germanen letztlich aber egal, denn ihr Pokalsieg wurde dadurch nicht mehr gefährdet, sodass die letzten Sekunden in aller Ruhe abgewickelt werden konnten, ehe die Goldregen-Kanonen der SKG-Fans die Titelparty mit großem Getöse einläuteten.

SK Germania Herringen: T. Tegethoff, M. Schartner; K. Karschau, Li. Hages, S. Gürtler, P. Michler, R. Schulz, M. Brandt, L. Karschau, Lu. Hages. – TuS Düsseldorf-Nord: J. Kutscha, Lu. Brandt; J. Pink, N. Fichtner, A. Beckmann, A. Paczia, D. Kutscha, T. Paczia, C. Gatermann, T. Abdalla. – Schiedsrichter: T. Ullrich / D. Loewe.

Torfolge: 1:0 (31.) K. Karschau, 2:0 (46.) L. Karschau, 2:1 (49./Überzahl) D. Kutscha. – Zeitstrafen: SKG 2 min (K. Karschau/49.) – TuS 4 min (A. Paczia/40. – T. Abdalla/50.) – Teamfouls: SKG 8 – TuS 12.

 

Fotos (Tim Graumann/DRIV)

DIV-Pokal-Sieger 2017:                Herringen_2017.jpg

Vize-Pokal-Sieger 2017:              Duesseldorf_2017.jpg

Schiedsrichter:                              Schiedsrichter_P_2017.jpg        (von links: Daniel Loewe, Sascha Häger, Thomas Ullrich)